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Ref. DC 178 (2016)

Europäischer Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch

Erklärung von Jürgen Ligi, Vorsitzender des Ministerkomitees des Europarates und Außenminister Estlands

Straßburg, 14.11.2016 – „Die Zahl der Kinder, deren Grundrechte in ganz Europa Tag für Tag verletzt werden, ist bei Weitem zu hoch. Deshalb hat Estland, das derzeit den Vorsitz im Ministerkomitee des Europarates innehat, den Schutz der Kinderrechte zu einer Priorität seines Programms der vergangenen sechs Monate gemacht.

Am 18. November wird der Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch begangen. Das Ministerkomitee hat diesen Tag am 12. Mai 2015 ausgerufen, um das Bewusstsein für diese schrecklichen Verbrechen und schwerwiegenden Verstöße gegen die Rechte von Kindern zu steigern. Vielen Menschen fällt es zudem schwer, über das Thema zu sprechen. Der Europäische Tag ist darum auch eine Gelegenheit, offen darüber zu diskutieren, und trägt somit dazu bei, der Stigmatisierung der Opfer entgegenzutreten.

Für das Ministerkomitee bietet der Tag überdies einen Anlass, um die Lanzarote-Konvention zu fördern. Dieses rechtsverbindliche Instrument verpflichtet die Staaten dazu, Gesetze zur Strafbewehrung jeder Form sexuellen Missbrauchs von Kindern zu verabschieden und Maßnahmen zur Verhinderung sexueller Gewalt, zum Schutz der Kinder und zur Strafverfolgung der Täter zu treffen. Estland hat die Konvention vor Kurzem ratifiziert und ruft andere Mitgliedsstaaten ebenso dazu auf, sofern dies noch nicht geschehen ist.

Der estnische Vorsitz begrüßt die zahlreichen Initiativen und Aktivitäten, die anlässlich des Europäischen Tages organisiert werden. Wir möchten all jene, die Kontakt zu Kindern haben – seien es Lehrkräfte, Eltern, Sportbetreuer, Nichtregierungsorganisationen oder kommunale, regionale und nationale Behörden –, dazu auffordern, diesbezüglich weiterhin Sensibilisierungsarbeit zu leisten und die schreckliche Gewalt zu bekämpfen, deren Opfer Kinder noch immer werden.“

Kontakt: Tatiana Baeva, Pressereferentin, Tel.: +33 3 88 41 21 41