Neue Impulse für die Kulturwege des Europarates

Straßburg, 10.12.2010 – Die Initiative Kulturwege des Europarates hat durch die Entscheidung zur Schaffung eines Erweiterten Teilabkommens[1] neue Impulse erhalten. Das Abkommen ermöglicht den Mitgliedstaaten des Europarates sowie anderen interessierten Ländern, die Anstrengungen zur Entwicklung thematischer grenzüberschreitender kultureller Wege als Werkzeuge für eine kulturelle Zusammenarbeit, qualitativ hochwertigen Tourismus und regionale Entwicklung zu bündeln. Die neue Struktur verstärkt die zur Verfügung stehenden Ressourcen für die Einrichtung und Förderung kultureller Wege und die damit einhergehende Erhöhung ihrer Sichtbarkeit und ihrer sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Auswirkung.

Die bereits in diesem Bereich eingeführte feste Partnerschaft mit der Europäischen Kommission wird im Rahmen der neuen Vereinbarung gestärkt. Es ist zu erwarten, dass kulturelle Wege ein wichtiges Element der Europäischen Strategie für Tourismus werden und insbesondere für den Kulturtourismus – einen Tourismus, der nachhaltig, ethisch und sozial ist, weil er auf lokalem Wissen, Fertigkeiten und auf dem Erbe beruhenden Werten fußt und welcher Europa als Ziel für die qualitätsbewusste kulturelle Erfahrung gewählt hat.

Der Sitz des Teilabkommens wird in Luxemburg sein, welches auch Gastland des Europäischen Instituts für Kulturwege ist und dieses finanziell fördert, die professionelle Einrichtung für die Unterstützung der Entwicklung von Kulturwegen. Griechenland hat angeboten, Gastgeber für das jährliche Beratungsforum für Kulturwege zu sein, das die Satzung des Teilabkommens vorsieht.

Die Kulturwege des Europarates verbinden lokales Kulturerbe mit umfassenderen Bewegungen über Vorstellungen und ermutigen Initiativen zur Zusammenarbeit auf lokaler Ebene, welche den Bürgern Europas das Gefühl für das Eigentum an und den Stolz auf ihr jeweiliges Kulturerbe als einem Element des gemeinsamen europäischen Kulturerbes geben. Neunundzwanzig Kulturwege haben bis heute die Zertifizierung des Europarates erhalten[2] und viele andere sind in Vorbereitung.

Kontakte:

Irena Guidikova,Leiterin der Abteilung für Kulturpolitik, Vielfalt und Dialog, Europarat, Tel. +33 3 88 41 32 19 ; irena.guidikova@coe.int 

Giuseppe Zaffuto, Abteilung für die Beziehungen zu den Medien, Tel. +33 3 90 21 56 04 ; giuseppe.zaffuto@coe.int



[1] Teilabkommen stellen eine besondere Form der Zusammenarbeit innerhalb des Europarates dar, die den Mitgliedstaaten, die dies wünschen, die Beteiligung an besonderen Programmen oder in Tätigkeitsbereichen ermöglichen, an oder in denen sie ein besonderes Interesse besitzen und für die sie gezielte Fördermittel geben.

[2] Sankt Martin von Tours, die Europäischen Mozart-Wege, die Heinrich-Schickhardt-Kulturstraße, die Don-Quixote-Route, die Routen der Phönizier, die Via Carolingia, die Transromanica - die Romantische Straße des Europäischen Kulturerbes, die Via Regia [Königsstraße], die Pilgerrouten nach Santiago de Compostela [Jakobswege], die Via Francigena [Frankenstraße], die Wege Sankt Michaels, die Sankt-Olav-Wege, das Netz der Cluniazensischen Stätten in Europa, der Europäische Weg der Zisterzienser-Abteien, die Routen der Wikinger, die Hanse, die Eisenstraße in den Pyrenäen, die Europäische Eisenstraße in Zentraleuropa, Parks, Gärten und Landschaften, die Rundwege von Wenzel und Vauban, das Erbe von Al-Andalus, der Weg der kastilischen Sprache, Europäische Routen des Jüdischen Erbes, Europäische Routen vom Erbe der Migrationen, die Routen des Olivenbaumes, der Iter-Vitis-Weg [der Weg der Weinrebe], die Spur vorgeschichtlicher Höhlenmalerei, Europäische Friedhöfe, der Europäische Weg der Kurorte.